ILS 28 bezeichnet das neue Instrumentenlandesystem (ILS) für Landungen per Ostanflug auf Piste 28 am Flughafen Zürich. Seine Betriebsaufnahme fand am 26. Oktober 2006 auf den Winterflugplan 2006/2007 hin statt. Das ILS 28 ist nicht kategorisiert. Die ist europaweit einzigartig und wurde vom Bundesamt für Zivilluftfahrt speziell für das ILS28 "erfunden". Der Grund für die "nicht Kategorisierung" sind die Hindernisse im Endanflug. Nach Auskunft von Skyguide und Unique ändert auch eine Pistenverlängerung nichts an der Kategorisierung.
Bau und Betrieb von ILS 28 ist eine Folge der deutschen An- und Abflugbeschränkungen (DVO) für den Flughafen Zürich. Ostanflüge auf Piste 28 fanden bis 2001 vor allem bei Wetterlagen mit ausgeprägtem Westwind statt, wofür ein Nicht-Präzisionsanflugverfahren (VOR/DME-Verfahren) ausreichend war. Aufgrund der DVO nahmen die Zahl der Anflüge auf Piste 28 zu, so dass Unique (Flughafen Zürich AG) und SKYGUIDE auch für den Ostanflug ein ILS für sinnvoll erachteten. ILS sind für Anflüge auf internationalen Flughäfen einerseits Standard, andererseits galt der Anflug auf Piste 28 seit dem Absturz bei Bassersdorf als unsicher.
Die Inbetriebnahme von ILS war ursprünglich bereits für Herbst 2005 vorgesehen. Insbesondere aufgrund einer Einsprache der Stadt Kloten und ungenügenden Kapazitäten der zuständigen Fachleute bei SKYGUIDE wurde die Inbetriebnahme um ein Jahr auf Herbst 2006 erschoben. Nach ersten Planungen ab 2002 – das Gesuch der Unique für das ILS 28 datiert vom Mai 2002 – begannen die eigentlichen Bauarbeiten 2004 und konnten im Frühling 2006 abgeschlossen werden. Die Kosten für das neue ILS betragen rund vier Millionen Schweizerfranken.
Das ILS 28 ist im Gegensatz zu den bestehenden drei ILS 14, ILS 16 (jeweils Nordanflug) und ILS 34 (Südanflug) am Flughafen Zürich nicht |kategorisiert, da Piste 28 für entsprechende Anflüge nicht geeignet ist. Im Vergleich zum heute üblichen VOR/DME-Verfahren soll ILS 28 aber immerhin die Flugsicherheit verbessern. Die Kapazität hingegen beträgt vorläufig unverändert maximal 28 Landungen pro Stunde.
Fluglärmbetroffene im Flughafen-Osten befürchten, ILS 28 diene dazu, vermehrt Ostanflüge durchzuführen wie es eine Variante des RELIEF-Projekts vorsah. Bürgerprotest Fluglärm Ost (BFO), die Bürgerinitiative Fluglärmsolidarität und andere im Osten des Flughafens sowie die Flughafenstadt Kloten opponieren deshalb gegen das ILS 28. BFO, Kanton Thurgau und weitere Beteiligte versuchten mit einer Beschwerde Mitte Oktober 2006 die vollständige Inbetriebnahme des ILS 28 in letzter Minute noch zu verhindern [1]. Ebenfalls Mitte Oktober 2006 reichte die Interkantonale Regionalplanungsgruppe Wil (IRPG Wil) eine weitere Beschwerde gegen das ILS 28 ein. Beiden Beschwerden wurde die aufschiebene Wirkung durch die Rekurskommission für Infrastruktur und Umwelt (REKO INUM) entzogen [2], so dass es dadurch zu keinen weiteren Verzögerungen bei der Betriebsaufnahme von ILS 28 kam.
Im Bezug auf den Fluglärm bewirkt das neue ILS 28 eine weitere Fluglärmverteilung in der Flughafenregion.
In der Woche vom 21. bis 25. November 2005 fanden rund zehn Messflüge fürs ILS 28 statt, weitere rund 30 folgten in der Woche vom 30. Januar bis 3. Februar 2006. Weitere Messflüge wurden vom 18. bis 22. September 2006 jeweils am Nachmittag durchgeführt. Für die Durchführung der Messflüge ist SKYGUIDE verantwortlich; die Messungen werden mit einem Spezialflugzeug vom Typ Beech King Air vorgenommen.