Lic. iur. Moritz Leuenberger (* 21. September 1946 in Biel) ist Mitglied der Sozialdemokratischen Partei (SP) und wohnt in Zürich. Er ist mit der Architektin Gret Loewensberg verheiratet.
Am 27. September 1995 wurde Leuenberger in den schweizerischen Bundesrat gewählt und steht seither dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation (UVEK) vor, in dessen Zuständigkeit unter anderem die Luftfahrt in der Schweiz und damit auch der Flughafen Zürich fällt – aus diesem Grund wird Moritz Leuenberger umgangssprachlich auch als «Luftfahrtminister» bezeichnet. In den Jahren 2000, 2005 und 2009 war Leuenberger Vizepräsident des Bundesrates und präsidierte diesen 2006 zum zweiten Mal nach 2001.
Vor seiner Wahl in den Bundesrat amtete Leuenberger unter anderem als Regierungsrat im Kanton Zürich und leitete von 1991 bis 1995 die Kantonalzürcher Direktion der Justiz und des Innern.
Im Flughafen-Süden gilt Leuenberger bei vielen Schneisern als verantwortlich für die Einführung der Südanflüge auf Piste 34 im Herbst 2003 – unter anderem wegen dem so genannten «Stolpe-Leuenberger-Protokoll», dem Leuenberger nach dem Scheitern des von ihm favorisierten Staatsvertrages mit Deutschland zustimmte – und sie schmähen ihn entsprechend phantasievoll als «Lügenberger» oder auch schlicht als «notorischen Lügner». Mit dem Staatsvertrag wären die Südanflüge, zumindest am Wochenende, besiegelt worden. Verständlich, dass dies die Betroffenen und Politiker im Kanton Zürich nicht tolerieren konnten, zumal die Bevölkerungsdichte im Flughafen-Süden deutlich höher ist (1:20) als im Flughafen Norden und die Fluglärmverteilung durch den Südanflug folglich der Umwelt- und Raumplanungsgesetzgebung widerspricht.
Im September 2005 entstand mediale Aufregung, nachdem die Stadtzürcher Privatadresse von Moritz Leuenberger durch den Noiseletter veröffentlicht werden war und sich dessen Herausgeber Andy Bantel weigerte, diese gemäss dem Wunsch Leuenbergers wieder zu entfernen. Die Schweizer Illustrierte vom 26. September 2005 zeichnete Bantel dafür mit einem «Kaktus» aus.
Mit dem römischen Kaiser Nero wurde Leuenberger vom umstrittenen PR-Berater Klaus J. Stöhlker am 2. November 2003 in der Sendung «SonnTalk» beim Fernsehsender TeleZüri verglichen. Stöhlker bezeichnet Leuenberger dabei als «latent psychopathisch».
Kommunikationsverantwortlicher von Leuenberger ist André Simonazzi (Vorgänger Hugo Schittenhelm).
Siehe auch: Loiäbärgär Song.